Auf der Bühne

Schluckauf

Kühlluftverteilung Drei Jahre brauchte ich, um meinem Käfermotor das Bocken im Teillastbereich abzugewöhnen. Nachdem ich die üblichen Verdächtigen ausgeschlossen hatte, stellten sich zwei Hauptursachen heraus:

 

  1. Der Motor erreichte zu keinem Zeitpunkt seine Betriebstemperatur. Nach einer Stunde Fahrt maß ich z. B. nur 60°C Öltemperatur. Ursache: Im Gebläsekasten fehlten die thermostatisch gesteuerten Kühlluftklappen, die oft als überflüssig bezeichnet werden... Den gleichen Effekt erzielt man beim wassergekühlten Motor, wenn der Thermostat den großen Kühlkreislauf nicht sperrt.
  2. Die Ansaugluftvorwärmung war defekt. Im Luftfilter sitzt ein thermostatisch gesteuertes Unterdruckventil. Unterdruck vom Vergaser öffnet die Klappe für vorgewärmte Luft im Luftfilter, und zwar wenn die Temperatur der Ansaugluft unterhalb einer bestimmten Schwelle liegt. Ist das Ventil defekt, wird die zu kalte Ansaugluft nicht mit genügend Kraftstoff angereichert, was im Teillastbereich für Ruckeln und schlechte Übergänge sorgt.

Als Thermostat für die Kühlluftklappen habe ich nach zwei defekten Original-Alkohol-Thermostaten ein Nachbau-Dehnstoffthermostat gewählt. Dieses ist etwas träger, was für die Erwärmung des Motors von Vorteil ist, und vor allem robuster. Im Versagensfall sorgt die eingebaute Feder zusammen mit der Luftklappen- Rückholfeder dafür, daß die Luftklappen geöffnet werden, damit der Motor nicht überhitzt.

Inkontinenz

AchsölSchwarze oder grünliche Ölspuren auf einer der hinteren Felgen? Es handelt sich um Getriebeöl, das durch das Achsrohr zur Radlagerung läuft und diese schmiert. Sollten die Dichtungen, speziell der RWDR, verschlissen sein, tritt das - beißend riechende - Getriebeöl am Radlager aus, läuft auf der Rückseite des Rades durch eine Ablaufbohrung ab und wird durch die Fliehkraft verteilt. Bei stehendem Fahrzeug sammelt es sich dann außen in der Felge. Bei größeren Mengen ist es möglich, daß Öl auch in die Trommel und auf die Bremsbacken gelangt. Diese sind dann nicht mehr verwendbar. - Für die 350 Nm der Kronenmutter mit SW 36 empfiehlt sich ein Schlag-Ringschlüssel.

Orthopädischer Eingriff

O-BeineDer Pendelachsen-Käfer hat O-Beine. Um genau zu sein, handelt es sich um einen Sturz von +1°. Das sieht man normalerweise nicht, im Gegensatz zu Goggomobil oder Piaggio Ape. Bei meinem Käfer sah man die O-Beine sehr deutlich - und stand er nicht hinten ein bißchen hoch auf den Rädern? Nachmessen brachte tatsächlich einen Sturz von +1,75°, was weniger ein optisches, sondern vielmehr ein fahrdynamisches Problem darstellte (Stichwort: Heckschleuder). Um also auf den Originalwert zu kommen, mußte er um 24 mm runter. Das entspricht einer Verdrehung des Drehstabs außen um 7 und innen um 6 Zähne (vgl. www.flat4.de). Achtung: Immer einen Wagenheber unter das Federschwert klemmen, sonst Verletzungsgefahr.